Wie kann ich einen Ausbildungsplatz finden?

Für welchen Beruf entscheidest du dich?

Das Berufsausbildungssystem Spaniens unterscheidet sich deutlich von dem in Deutschland. Die Berufsausbildung (formación profesional, F.P.) gehört zur schulischen Ausbildung. Sie dauert 2 Jahre und ist breiter gefächert als in Deutschland. Zur Ausbildung gehört auch ein mehrmonatiges Praktikum in einem entsprechenden Betrieb, das gegen Ende des zweiten Jahres abzuleisten ist. Wer Glück hat wird vom Betrieb direkt in ein Arbeitsverhältnis übernommen.

Die Institutos bieten jeweils bestimmte Ausbildungsfelder an, und man muss sich – wie im Abschnitt Schule beschrieben – um einen Platz bewerben. Dabei darf man drei verschiedene Ausbildungsberufe wählen, für die dann ein freier Platz gesucht wird. Das kann bedeuten, dass man weitere Wege zur Ausbildungsstätte zurücklegen muss, obwohl man natürlich auch sein Wunsch-Instituto angibt. Aber es ist halt oft so, dass das Instituto in der Nähe (oder in dem man seinen Título de la E.S.O. gemacht hat) nicht den gewünschten Ausbildungsgang anbietet.

Zugangsvoraussetzung für die erste Stufe, den grado medio (entspricht dem Gesellenbrief), ist der erfolgreiche Abschluss der E.S.O. (entspricht der mittleren Reife). Daneben gibt es aber noch weitere Zugangsmöglichkeiten im Rahmen besonderer Programme und Zusatzprüfungen. Wer die nächste Stufe, den grado superior (entspricht in etwa dem Meisterbrief, weitere 2 Jahre, meist im gleichen Instituto) machen will, braucht entweder das bachillerato (Abitur) oder den erfolgreichen Abschluss des grado medio.

Während der Berufsausbildung erhält man keine Vergütung, auch nicht während des Praktikums. Manche Betriebe geben aus freien Stücken eine kleine finanzielle Anerkennung am Ende des Praktikums. Da man die Ausbildungsmittel (Bücher, Materialien, Werkzeuge) selbst kaufen muss, gibt es verschiedene staatliche und nichtstaatliche Stipendien (becas), um die man sich entsprechend bewerben kann. Auch einen Fahrtkostenzuschuss kann man beantragen.

Viele Berufe kann man allerdings – auch selbständig – ohne Berufsausbildung ausüben. Deshalb kommt es nicht selten vor, dass in den entsprechenden Lehrgängen auch viele Erwachsene mit Erfahrung im Ausbildungsberuf anzutreffen sind. Tatsache ist aber, dass die Tarifverträge (convenios) für Mitarbeiter mit passender abgeschlossener formación profesional höhere Vergütungen vorsehen.


Ich helfe gern bei der Beschaffung und Zusammenstellung erforderlicher Dokumente, insbesondere bei der Anerkennung ausländischer Schulabschlüsse als Voraussetzung für den Zugang zur Berufsausbildung. Kontaktieren Sie mich!