Woran man bei der Wohnungssuche denken sollte

Wo und wie finden Sie Ihre persönliche Traumwohnung?

Den meisten Auswanderern stellen sich zunächst einmal drei Fragen:

  • Wo finde ich eine Wohnung?
  • Möbliert oder unmöbliert?
  • Soll ich mieten oder kaufen?

Die erste Frage ist recht schnell beantwortet, denn natürlich gibt es hier Angebote in Zeitungen und im Internet, und auch in den deutschsprachigen Printmedien finden sich viele Angebote. Daneben tummelt sich eine Unzahl von Maklern in diesem Markt, so dass es keine Schwierigkeiten bereiten sollte, eine geeignete Wohnung ausfindig zu machen. Und man kann natürlich auch erst einmal eine Ferienwohnung mieten, um dann hier vor Ort die geeignete Traumwohnung anzumieten. So muss man das nicht von Deutschland aus machen, was sicher schwierig ist.

Viele Mietwohnungen werden möbliert angeboten, und das bedeutet, dass oft auch Geschirr sowie Bett- und Tischwäsche mit vermietet werden. Über die Qualität der vermieteten Einrichtungsgegenstände sind Vermieter und Mieter naturgemäß unterschiedlicher Meinung. Aber bevor Sie sich über Ihren Vermieter ärgern, versetzen Sie sich doch einmal in seine Lage: Er weiß ja nicht, in welchem Zustand er die Dinge zurück erhält – oder ob er sie überhaupt wieder bekommt. Und deshalb ist er selten geneigt, hier größere Investitionen zu tätigen.

Üblich ist eine Kaution in Höhe einer Monatsmiete. Der Betrag wird nicht verzinst, und er wird auch nicht auf den Namen des Mieters angelegt. Aufgrund schlechter Erfahrung mit der Zahlungsmoral der Mieter kann es sein, dass der Vermieter auch eine Bankbürgschaft in Höhe von bis zu einer Jahresmiete verlangt. Ebenso muss üblicherweise die erste Monatsmiete mit der Unterzeichnung des Vertrags gezahlt werden, auch wenn die Vertragslaufzeit erst später beginnt. Ist ein Makler eingeschaltet, ist auch dieser bei Unterschrift des Mietvertrages zu bezahlen.

In der Miete enthalten sind normalerweise die Kosten der Eigentümergemeinschaft sowie die sonstigen Bewirtschaftungs- und Instandhaltungskosten, Steuern, Umlagen etc. Verbrauchsabhängige Kosten (Wasser, Strom, ggfs. auch die Gasflasche) gehen dagegen normalerweise zu Lasten des Mieters. Der Vermieter muss nach dem Mietrecht auch die Kosten für Kleinreparaturen und Schönheitsreparaturen tragen. Das wird aber dann und wann auch einmal anders vereinbart. Der Vermieter will nicht dauernd wegen irgendwelcher Schäden angerufen werden – aber das kann auch darauf zurückzuführen sein, dass er um die Vorschäden weiß. Seien Sie hier also vorsichtig.

Ein gültiger Mietvertrag sollte auf amtlichem Urkundenpapier ausgefertigt sein. Das kann man kaufen, und die Kosten hierfür legen die Makler gern dem Mieter auf. Die Klauseln des Mietvertrages können ziemlich frei ausgehandelt werden, deshalb sollten Sie hier auf unabhängige fachkundige Beratung nicht verzichten.

Der durchschnittliche Spanier kauft, wann immer er kann. Die Eigentumsquote liegt bei ca. 85%. Durch die gegenwärtige Krise ist es aber möglich, wirklich gute Immobilien zu einem sehr günstigen Preis zu erwerben. Seien Sie dennoch vorsichtig. Denn es könnte gut sein, dass die vermeintliche Traumimmobilie gar nicht die von Ihnen gewünschte Traumlage hat. Und bei der gegenwärtigen Marktlage ist ein Verkauf alles andere als einfach.

Lassen Sie sich reichlich Zeit mit dem Kauf, informieren Sie sich gründlich über die aktuellen Preise, und scheuen Sie nicht vor mehrfachen Besichtigungen zu unterschiedlichsten Zeiten zurück. Nehmen Sie sich jemanden zur Besichtigung mit, der den Markt gut kennt. Und das sollte nicht der Makler sein…

Denken Sie daran, dass das Kaufrecht in Spanien erheblich vom deutschen abweicht! Bereits ein schriftlicher Vorvertrag ist bindend, auch wenn er nicht notariell beurkundet oder noch nicht im Grundbuch eingetragen wurde. Oft sind die Eigentumsverhältnisse undurchsichtig oder nicht ausreichend geklärt. Lassen Sie als unerfahrener Ausländer die Finger von solchen Immobilien. Das gilt auch für teilweise mit Schwarzgeld bezahlte Häuser, solche mit unbezahlten Hypotheken, Stromrechnungen oder Steuern, oder Immobilien mit nicht einwandfreier Baugenehmigung (und die sind häufiger, als Sie vielleicht denken!). Teure Überraschungen der unangenehmsten Art – bis hin zum völligen Verlust des Eigentums UND des gezahlten Geldes! – kommen häufiger vor, als Ihnen lieb ist.


Ohne fachkundige Begleitung kann es sehr schwer sein, die passende Wohnung zu finden. Ich biete Ihnen neben einer Erstberatung auch eine unabhängige Beratung bei der Wohnungsauswahl, die Begleitung zu Besichtigungen oder die Prüfung und Übersetzung von Verträgen. Und ich vermittele geeignete Anwälte, Notare und Gestoren. Rufen Sie mich an, oder schreiben Sie mir.