Krankenversicherung

Das ist die wichtigste Versicherung für Einwanderer.

Das Wichtigste ist zunächst die Krankenversicherung. Sie ist Voraussetzung für die Erteilung der Residencia.

Anders als in Deutschland, sind in Spanien auch Selbständige in der gesetzlichen Sozialversicherung pflichtversichert. Wer in Deutschland eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezieht, ist darüber in Deutschland pflichtversichert. Bei dauerhaftem Wohnsitzwechsel nach Spanien (also für mindestens 183 Tage im Jahr) erteilt die deutsche Krankenversicherung eine EU-Bescheinigung, mit der man sich bei der spanischen Seguridad Social anmelden muss. Diese behandelt den Versicherten dann so, als ob er in Spanien gesetzlich krankenversichert wäre. Für Rentner bedeutet das die volle Übernahme der Arzneimittelkosten, keine weiteren Zuzahlungen, usw. Bei einem (dann ja als vorübergehend geltenden) Aufenthalt in Deutschland, muss man sich wieder – wie ein Ausländer – bei der zuständigen AOK einen Krankenschein holen. Die gesamten Kosten rechnet die spanische Versicherung mit der deutschen ab, die ja auch weiterhin die Beiträge erhält. Innerhalb der Gesundheitszentren, der ambulatorios, kann man – freie Kapazitäten vorausgesetzt – seinen Hausarzt frei wählen. Arbeitnehmer und Selbständige zahlen bei Arzneimitteln 40% der Kosten selbst. Weitere Zuzahlungen - Praxisgebühr oder Krankenhausaufenthalt - fallen nicht an.

Private Krankenversicherungen gibt es hier natürlich auch. Sie arbeiten i.d.R. nur mit Vertragsärzten, übernehmen keine Arzneimittel und – wenn überhaupt – nur einen Teil der zahnärztlichen Versorgung. Oft werden Selbstbehalte verlangt, und auch mehrmonatige Karenzzeiten sind üblich. Die meisten Ärzte, private Gesundheitszentren und Krankenhäuser (vor allem die, die auch deutsch sprechen) arbeiten mit der einen oder anderen privaten Versicherung zusammen.

Autoversicherung

Die Autoversicherung ist in Spanien genauso Pflicht, wie in Deutschland, auch wenn die Deckung und die Versicherungssummen sehr unterschiedlich sind. Es gibt nur Bonusstufen, keinen Malus. Man zahlt also nie mehr als 100% des Basisbeitrags, dafür aber fast nie weniger als 50%. Die deutsche Autoversicherung kann eine Bescheinigung über die in Deutschland erreichten SF-Klassen erteilen, die dann meist von der spanischen Versicherung übernommen werden. Für unter 21-jährige sind Versicherungen meist sehr teuer, ebenso für Zweiräder.

Die meisten Verträge sind an einen bestimmten Fahrer gebunden. Sogenannte Elementarschäden sind nicht versichert (Sturm, Überschwemmung, Katastrophen, Unruhen etc.). Solche Schäden werden vom Consorcio übernommen, das auch einspringt, wenn der Unfallverursacher nicht versichert ist. Dafür wird mit dem Versicherungsbeitrag ein entsprechender Anteil erhoben, ebenso wie für den Verkehrsrechtschutz. Die jeweiligen Deckungen sollte man unbedingt vor Vertragsabschluss prüfen und vergleichen, denn hier gibt es große Unterschiede. Das gilt auch für die vorzeitige Beendigung des Vertrages.

Üblicherweise sind Schutzbriefleistungen ebenfalls enthalten. Auf den Kanarischen Inseln gilt die 50km-Regel nicht, d.h. dass diese Deckung auch schon dann greift, wenn das Auto vor der Haustür liegenbleibt.

Andere Versicherungen

Die Haftpflichtversicherung (responsabilidad civil) ist vor allem für bestimmte Berufsgruppen vorgeschrieben, wenn der Beruf selbständig ausgeübt wird.

Die Rechtschutzversicherung ist ein relativ neues und seltenes Produkt in Spanien, da normalerweise der Rechtschutz für den entsprechenden Bereich bereits in den anderen Versicherungsverträgen (Auto, Haus, Hausrat) enthalten ist.

Wer Hausbesitzer ist und mit einer Bank finanziert hat, wird von dieser verpflichtet, eine Gebäudeversicherung (continente) abzuschließen. Sie zahlt auch Haftpflichtschäden und schließt auch häufig Reparaturdienstleistungen mit ein. Die Hausratversicherung (contenido) muss gesondert abgeschlossen werden.

Lebensversicherungen gibt es hier nur als Risikoversicherungen. Und natürlich werden auch diverse Kranken- und Krankenhaustagegeldversicherungen sowie Unfallversicherungen angeboten. Weit verbreitet sind außerdem private Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherungen.


Natürlich kann diese Website nicht auf alle Fragen und Eventualitäten eingehen. Lassen Sie sich deshalb unbedingt fachkundig beraten, sowohl in der alten Heimat, als auch auf den Kanaren.